Eine neue Website soll mehr Anfragen bringen, nicht weniger. So planen Sie den Umzug, damit Besucher und Suchmaschinen Ihre bewährten Seiten weiterhin finden.
Beginnen Sie mit dem, was bereits funktioniert
Ein Relaunch ist mehr als ein neues Erscheinungsbild. Vielleicht ändern sich gleichzeitig die Navigation, Seitennamen, Texte oder das technische System. Damit verschwinden schnell Dinge, die im Alltag kaum auffallen: eine gut besuchte Ratgeberseite, ein verlinktes PDF oder die direkte Adresse einer gefragten Leistung.
Erstellen Sie deshalb eine Bestandsliste, bevor Sie Seiten löschen. Dafür brauchen Sie zunächst keine perfekte technische Analyse. Sammeln Sie die Leistungsseiten, Kontaktseiten, wichtigsten Beiträge und Downloads. Ergänzen Sie Adressen aus der Sitemap und aus vorhandenen Berichten der Search Console. Markieren Sie außerdem Seiten, auf die Anzeigen, soziale Profile oder Partner verlinken.
Bewerten Sie nicht nur Besucherzahlen. Eine wenig besuchte Seite kann qualifizierte Anfragen bringen; eine häufig besuchte Seite kann vor allem Informationen liefern. Notieren Sie zu jeder wichtigen Adresse Zweck, Zielgruppe und gewünschte nächste Handlung. Das ist die Grundlage für den neuen Aufbau.
Jede alte Adresse braucht eine bewusste Entscheidung
Bleibt eine Seite inhaltlich erhalten, ist eine unveränderte Adresse oft die einfachste Lösung. Muss sich die Adresse ändern, legen Sie das neue Ziel in einer Tabelle fest. Die Zuordnung sollte nach Inhalt erfolgen, nicht allein nach ähnlich klingenden Seitennamen.
| Alte Adresse | Neues Ziel | Entscheidung |
|---|---|---|
| /heizung.html | /leistungen/heizungswartung/ | Nur passend, wenn die alte Seite tatsächlich Wartung behandelte |
| /team/ | /ueber-uns/ | Team und Ansprechpartner übernehmen |
| /aktion-2021/ | Kein Nachfolger | Abgelaufene Aktion bewusst entfernen |
Google empfiehlt bei dauerhaften Umzügen serverseitige permanente Weiterleitungen, beispielsweise 301 oder 308. Leiten Sie möglichst direkt auf das endgültige Ziel weiter. Viele alte Seiten pauschal auf die Startseite umzuleiten, ist keine gute Ersatzlösung. Die technischen Grundlagen erläutert Google Search Central zu Weiterleitungen.
Besprechen Sie Sonderfälle ausdrücklich: zusammengelegte Leistungen, eingestellte Angebote, fremd verlinkte Downloads und sprachliche Varianten. Dann muss während der Veröffentlichung niemand spontan raten.
Verbessern Sie Inhalte, ohne ihre Aufgabe zu verlieren
Eine alte Seite muss nicht wortgleich übernommen werden. Entscheidend ist, dass ihre hilfreichen Informationen erhalten bleiben. Wenn Menschen nach Reparatur suchen, hilft eine neue Seite mit allgemeiner Markenbotschaft allein nicht weiter. Reparaturmöglichkeiten, Zuständigkeit, Einsatzgebiet und Kontaktweg müssen weiterhin verständlich sein.
Vergleichen Sie alte und neue Version Seite für Seite. Prüfen Sie Überschrift, Leistungsumfang, Bilder, Preise oder Preisfaktoren, Downloads und häufige Fragen. Stellen Sie auch sicher, dass Fotos nicht nur schöner platziert, sondern mit sinnvoller Beschreibung zugänglich sind.
Vermeiden Sie einen Komplettumbau auf Verdacht. Wenn Domain, System, Texte und Struktur gleichzeitig verändert werden, ist die Ursache späterer Probleme schwerer einzugrenzen. Google rät bei Umzügen zu möglichst getrennten Änderungsschritten. Wie das in Ihrem Projekt sinnvoll organisiert wird, hängt von Umfang und Technik ab.
Testen Sie die Wege, die für Kunden wichtig sind
Ein schönes Vorschaubild reicht für die Freigabe nicht. Öffnen Sie die neue Website am Smartphone und am Computer. Beginnen Sie auf einer Leistungsseite, nicht nur auf der Startseite, und gehen Sie bis zur Kontaktmöglichkeit. Funktionieren Telefonnummer, E-Mail-Link und Formular? Sind Pflichtfelder, Fehlermeldungen und die erfolgreiche Übermittlung verständlich?
- Wichtige alte Adressen landen beim passenden neuen Inhalt.
- Navigation und interne Links führen nicht über unnötige Umwege.
- Neue Seiten laden ohne Fehlermeldung; Bilder und Downloads sind vorhanden.
- Überschriften, Seitentitel und Kontaktinformationen passen zum Angebot.
- Test-Sperren werden zur Veröffentlichung gezielt aufgehoben.
- Eine Sicherung und ein klarer Rückweg sind vorbereitet.
Die Entwicklungsumgebung darf geschützt sein. Eine versehentlich übernommene noindex-Einstellung kann die neue Website jedoch aus der Suche halten. Lassen Sie diese Prüfung dokumentieren, statt sich auf eine mündliche Zusage zu verlassen. Der Google-Leitfaden für Website-Umzüge beschreibt die relevanten Kontrollen.
Nach dem Start beginnt die Beobachtung
Speichern Sie vor dem Start einen Ausgangsstand: relevante Suchanfragen, besuchte Einstiegsseiten und tatsächliche Anfragen. Vergleichen Sie nach dem Relaunch ähnliche Zeiträume und berücksichtigen Sie Feiertage, Saison und veränderte Werbeausgaben. Ein einzelner schlechter Tag sagt wenig über den Erfolg des Umzugs aus.
Kontrollieren Sie zuerst konkrete Fehler: fehlende Seiten, falsche Ziele, blockierte Inhalte oder defekte Kontaktwege. Danach betrachten Sie Suchleistung und Nachfrage. Halten Sie technische Probleme und inhaltliche Optimierungen getrennt, damit Änderungen nachvollziehbar bleiben.
Vereinbaren Sie vorab, wer Rückmeldungen sammelt und Probleme korrigiert. Eine kurze Liste mit Priorität, Verantwortlichem und Erledigungsdatum ist hilfreicher als lose Nachrichten. Der Relaunch ist dann ein kontrollierter Übergang, nicht ein einmaliger Schalter ohne Betreuung.
Häufige Fragen
Kann ein Relaunch ohne Rankingverlust garantiert werden?
Nein. Suchergebnisse können sich während der Verarbeitung ändern. Eine sorgfältige Planung reduziert vermeidbare Fehler, garantiert aber keine unveränderten Platzierungen.
Müssen alle alten Seiten erhalten bleiben?
Nein. Jede wichtige alte Adresse braucht aber eine begründete Entscheidung: Inhalt erhalten, mit einem passenden Nachfolger zusammenlegen oder bewusst entfernen. Die Startseite ist nicht automatisch ein passender Ersatz.
Brauche ich eine neue Domain?
Nicht für ein neues Design. Ein Domainwechsel ist eine zusätzliche Entscheidung mit weiteren Prüfungen. Wenn Name und Adresse weiterhin passen, kann die bestehende Domain bleiben.


